01 / AUF EINEN BLICK
Worauf es bei Seoi-nage ankommt
Seoi-nage ist ein Schulterwurf nach vorn: Tori dreht ein, verbindet Uke mit Rücken und Schulter und wirft Uke über die Schulter. Der Wurf gehört zu den Te-waza, den Handtechniken. Die Beschreibung der IJF nennt in ihrem rechtsseitigen Beispiel ein Gleichgewichtsbrechen nach vorn bzw. nach rechts vorn und einen gebeugten rechten Arm, der unter Ukes rechte Achsel kommt.
Im Training lautet die entscheidende Frage: Kommt Uke mit deiner Drehung mit? Du kannst blitzschnell eindrehen und deinen Partner trotzdem stabil hinter dir stehen lassen. Mehr Tempo schließt diese Lücke nicht zwangsläufig.
Namen, die dir begegnen können: Seoi nage, Seoi-nage und Morote-seoi-nage. Die ersten beiden unterscheiden sich nur in der Schreibweise; der dritte bezeichnet üblicherweise die beidhändige Form mit Ärmel-Revers-Griff. „Schulterwurf“ ist eine brauchbare deutsche Bezeichnung, doch die tragende Verbindung schließt den Rücken ein – die Schulter hebt Uke nicht allein aus.
Für wen diese Anleitung gedacht ist: für Judoka, die Würfe und Ukemi (Falltechniken) bereits unter Anleitung üben. Anfänger können Begriffe und Videos nutzen, um eine Trainingseinheit besser zu verstehen; eine Textanleitung ersetzt aber nicht die erste Wurfstunde auf der Matte. Fortgeschrittene können direkt bei der Fehleranalyse oder den Wettkampfbeispielen einsteigen. Ob Seoi-nage dein Tokui-waza, also deine Spezialtechnik, werden sollte, hängt nicht allein von deiner Körpergröße oder Gürtelfarbe ab.
02 / DIE TECHNIK ANSEHEN
Beginne mit der offiziellen Demonstration
Offizielles Video auf YouTube ansehen, falls der Player nicht verfügbar ist.
Sieh dir beim ersten Mal den gesamten Ablauf an. Achte beim zweiten Durchgang auf die Ärmelhand, auf die Beziehung der beiden Körper während der Drehung und auf die Wurfrichtung am Ende. Das sind Beobachtungsaufträge – keine Aufforderung, die Stellung einer einzelnen vorführenden Person exakt nachzustellen.
Eine englischsprachige Trainerreferenz
Englisches Lehrvideo auf YouTube öffnen. Unabhängige Trainerreferenz, getrennt von der offiziellen Demonstration.
Vergleiche den Eingang mit deiner gewohnten Version. Notiere einen Unterschied bei Griff, Distanz oder Bewegung, bevor du entscheidest, ob ein Hinweis aus dem Video auf dich zutrifft.
Weiterführende Videos – mit klarem Ziel
- Efficient Judo: Kombinationen in den Wurf und Kombinationen aus dem Wurf – untersuche, was vor und nach dem Hauptangriff passiert (englischsprachig).
- Kodokan: Seoi-nage-Lehreinheit mit Tadahiro Nomura – längere, japanischsprachige Anleitung zum vertieften Studium.
Drei Durchgänge, drei Blickrichtungen
- Erster Durchgang – die Form bestimmen. Nutzt der Angreifer denselben Griff und dieselbe Ausführung im Stand wie dieser Artikel, oder handelt es sich um eine einarmige Form bzw. eine Form, bei der er auf die Knie geht?
- Zweiter Durchgang – die Verbindung finden. Verfolge den Ärmel und den Abstand zwischen den Körpern während der Drehung. Nutze Pause und Wiederholung im Player; aus frontaler Perspektive kann der Reversarm verdeckt sein.
- Dritter Durchgang – eine Frage auswählen. Zum Beispiel: „Bleibt meine Ärmelhand stehen, während meine Füße weiterdrehen?“ Nimm diese Frage mit zu deinen eigenen Trainingsaufnahmen.
Nutze Demonstrationen für einen klaren Blick auf die Bewegung, Lehrvideos für Erklärungen und Wettkampfaufnahmen für Entscheidungen gegen Widerstand. Diese Quellen beantworten unterschiedliche Fragen. Eine im Wettkampf erfolgreiche Variante macht nicht jedes ihrer Details zu einer geeigneten Anweisung für Anfänger.
03 / WANN ANGREIFEN?
Wann solltest du angreifen?
Achte auf einen brauchbaren Griff, Platz zum Eindrehen und einen Moment, in dem sich Ukes Bewegung nach vorn lenken lässt. Ein vorrückender Partner kann diesen Moment bieten, doch Vorwärtsbewegung allein heißt noch nicht, dass der Wurf bereit ist: Ein steifer Arm oder eine ungünstige Distanz kann den Eingang trotzdem blockieren.
Ai-yotsu: Beide Partner kämpfen in gleicher Auslage. Erkenne zunächst die Ärmel-Revers-Situation wieder, die du aus deinem Grundtraining kennst. Kenka-yotsu: Die Partner kämpfen in entgegengesetzter Auslage. Die vorderen Arme und der Raum zwischen dir und Uke verändern sich; geh nicht davon aus, dass derselbe Weg zur selben Position führt. Arbeite an der Annäherung, bevor du Tempo dazunimmst.
Wenn Uke die Hüfte zurückzieht und du den Oberkörper nicht mitnehmen kannst, bringt dir immer kräftigeres Eindrehen kaum neue Erkenntnisse. Baue den Griff neu auf, erzeuge eine andere Bewegung oder nutze einen vereinbarten Alternativangriff. Die Anleitung zum Griffkampf hilft dir, ein Griffproblem von einem Eingangsproblem zu unterscheiden.
Drei Situationen, die du im Training auseinanderhalten solltest
Uke kommt auf deinen gefassten Griff zu
Die Gelegenheit entsteht aus Annäherung und Verbindung zusammen. Beginne eine Bewegungsübung mit einem vorhersehbaren Vorwärtsschritt. Achte darauf, ob du eindrehst, solange die Distanz passt, oder ob du wartest, bis Uke dir den Platz für die Drehung nimmt. Beobachtet wird das Timing im Verhältnis zum Schritt – es ist keine Anweisung, bei jedem Vorwärtsschritt anzugreifen.
Uke weicht vor deinem Druck zurück
Ein zurückweichender Partner kann deinen Eingang außer Reichweite bringen. Folge der Bewegung, ohne blind mit dem Oberkörper nachzugreifen, und stelle die Distanz neu her. Ein Fußangriff kann manchmal eine andere Ausgleichsreaktion hervorrufen; nutze den Abschnitt zu Kombinationen, um diese Reaktion erkennen zu lernen, statt demselben Eingang über die ganze Matte hinterherzulaufen.
Uke hält dich mit gestrecktem Arm auf Abstand oder kreist um dich herum
Trenne die Armsperre vom sich verändernden Winkel. Verhindert der Arm den Kontakt, ist deine erste Aufgabe womöglich eine Griffkorrektur. Kreist Uke, kann der Winkel verschwinden, während du noch einen vertrauten Eingang vorbereitest. Gib jedem Problem eine eigene Bewegungsübung, damit du erkennst, welche Veränderung tatsächlich hilft.
Halte bei gegengleichen Griffen fest, wer mit welchem Fuß vorn steht und welcher Arm den Raum besetzt, den du brauchst. So wird deine Frage an den Trainer präzise: „In dieser Links-gegen-Rechts-Auslage wird mein Reversarm blockiert, bevor ich eindrehe“ sagt mehr als „Seoi funktioniert nicht gegen Linkskämpfer.“
04 / SO FUNKTIONIERT ES
Der Eingang: vier Dinge, die zusammengehören
Mit Kuzushi (Gleichgewichtsbrechen), Tsukuri (Wurfvorbereitung, das Einpassen in die Wurfposition) und Kake (Ausführung) lässt sich die Bewegung untersuchen. In einem funktionierenden Wurf gehen sie fließend ineinander über; bau zwischen den einzelnen Begriffen keine Pausen ein.
Uke in die Drehung mitnehmen
Lenke die Bewegung in der rechtsseitigen Grundform zu Ukes vorderer bzw. rechter vorderer Ecke. Halte den Ärmel während der Drehung aktiv. Prüfe, ob Ukes Oberkörper mit dir mitkommt oder zurückbleibt, während deine Füße den Eingang abschließen.
Nah genug eindrehen, um tragen zu können
Für den rechtsseitigen Wurf drehst du nach links ein und bringst deinen Rücken in eine enge, tragende Verbindung mit Uke. Übe die Schrittfolge deines Trainers zunächst langsam. Eine große Lücke erschwert die Verbindung; ein zu enger erster Schritt kann dir aber auch den Platz nehmen, die Drehung zu vollenden.
Den Arm einpassen, ohne ihn hineinzuzwingen
Der Reversarm beugt sich in den Raum unter Ukes rechter Achsel, während der Ärmel kontrolliert bleibt. Zwinge deinen Ellbogen nicht gegen einen blockierten Griff in Position. Schmerzen Handgelenk, Ellbogen oder Schulter, brich diese Wiederholung ab und lass Griff und Eingang überprüfen.
Bis zum Abschluss tragen
Vollende den Wurf über die Schulter und behalte dabei die Kontrolle über Uke. Wer sich nach vorn beugt, bevor die Körper verbunden sind, kann am Ende zusammengeklappt unter einem Partner hängen, der noch steht. Übe den Abschluss auf geeigneten Matten mit einem Partner, der den Wurf sicher annehmen kann.
Wie tief solltest du gehen?
In der Form im Stand helfen gebeugte Knie, unter Uke zu kommen und dabei eine tragfähige Basis zu behalten. Ziel ist eine Position, aus der du tragen und drehen kannst – nicht die tiefstmögliche Hocke. Prüfe, ob deine Füße dich durch den ganzen Eingang tragen und ob du weitermachen kannst, ohne vorher separat und mühsam anzuheben. Die Größe deines Partners und der gewählte Eingang beeinflussen, wie du hineinpasst; lass deinen Trainer die gesamte Aktion beurteilen, statt einen Winkel von einem Standbild zu kopieren.
Bleib konkret: „Mein Ärmelgriff hat sich vor dem Eindrehen geöffnet“ hilft dir mehr als „Mein Kuzushi ist schlecht.“ Den übergeordneten Rahmen findest du unter Kuzushi, Tsukuri und Kake in der Praxis.
Hände, Füße und Körper verbinden
Ärmelhand und Revershand haben unterschiedliche Aufgaben, aber keine arbeitet für sich allein. Über die Ärmelverbindung bringst du Ukes Oberkörper in die Drehung; der gebeugte Reversarm muss sich einpassen, während dein Körper die Position wechselt. Eilen deine Füße voraus, während die Hände in der Ausgangsposition bleiben, kannst du die Drehung beenden, ohne Uke mitgenommen zu haben.
Prüfe den Eingang von der Seite ebenso wie von vorn. Achte auf eine tragfähige Basis unter deinem eigenen Körper, auf Platz für den Reversarm und auf Kontakt, der sich während der Drehung aufbaut. Reduziere die Technik nicht auf einen festen Fußwinkel oder einen für alle gültigen Abstand in Zentimetern zwischen den Füßen. Eine sinnvolle Korrektur verändert die Beziehung zwischen beiden Partnern und macht nicht nur deine Haltung ohne Partner einem Foto ähnlicher.
05 / KERNPUNKTE
Fünf Kernpunkte, die du wirklich überprüfen kannst
Wähle für eine Serie von Wiederholungen einen einzigen Hinweis. Entscheide anhand der zugehörigen Prüffrage, ob er geholfen hat; bewerte dich nicht bei jedem Eingang nach allen fünf Punkten.
Erst eine brauchbare Verbindung, dann Tempo
Prüfe: Kannst du den Ärmel halten, während du in deine Ausgangsdistanz gehst? Geht er vor der Drehung verloren, arbeite zuerst daran, diesen Griff zu bekommen und zu halten. Schnelleres Drehen ersetzt keine fehlende Verbindung.
Bewege Uke, nicht nur deine Füße
Prüfe: Sieh dir den Beginn des Eingangs noch einmal an. Verändert Ukes Oberkörper seine Position zusammen mit deinem, oder drehst du dich von einem Partner weg, der aufrecht und auf Abstand bleibt? Frag Uke, wo er die Bewegung zuerst spürt.
Schaffe Platz für den Reversarm
Prüfe: Passt der Ellbogen hinein, ohne dass das Handgelenk in eine schmerzhafte Stellung gezwungen wird? Verändere Griff und Distanz gemeinsam und unter Anleitung, statt den Ellbogen als Hebel zu benutzen, den du in Position reißt.
Behalte eine Basis, aus der du den Wurf beenden kannst
Prüfe: Brauchst du nach dem Eindrehen einen zusätzlichen Ausgleichsschritt oder einen separaten Kraftakt? Überprüfe Füße, Kniebeugung und Timing zusammen. Ein tieferer Eingang nützt nur, wenn du aus ihm heraus weitermachen kannst.
Mit Kontrolle abschließen und die nächste Position erkennen
Prüfe: Behältst du brauchbaren Kontakt, während Uke landet, und weißt du danach, wo beide Partner sind? Beende eine kooperative Wiederholung in einer kontrollierten Position, statt loszulassen, nur weil der Wurf gelungen ist.
06 / PROBLEME & KORREKTUREN
Warum bleibt dein Seoi-nage stecken?
Suche den frühesten sichtbaren Bruch im Ablauf. Die folgenden Punkte sind Möglichkeiten, die du testen kannst – keine Diagnosen, die sich allein aus dem Ergebnis ableiten lassen. Filme die Annäherung ebenso wie den Wurf und achte darauf, dass die Füße beider Partner im Bild sind.
„Ich drehe ein, aber Uke bleibt hinter mir.“
Prüfe: Geht die Ärmelverbindung verloren, bevor dein Rücken nah herankommt? Ist am Ende der Drehung noch eine große Lücke?
Probiere: Kehre zu kontrollierten Eingängen aus der Bewegung zurück. Behalte denselben Griff und vergleiche eine angenehme Ausgangsdistanz mit deiner gewohnten. Frag deinen Partner, wann er sich mit der Drehung verbunden fühlt; bitte ihn nicht, auf deinen Rücken zu springen, damit es klappt.
„Ich komme darunter, dann klappe ich nach vorn zusammen.“
Prüfe: Hast du dich in der Hüfte gebeugt, bevor Uke mitgekommen ist? Sind deine Füße stehen geblieben, während sich der Oberkörper weitergedreht hat?
Probiere: Verlangsame die Annäherung und lass deinen Trainer die Position prüfen, bevor du den Abschluss dazunimmst. Verändere ein einziges Merkmal, etwa die Distanz, statt gleichzeitig stärker zu ziehen und tiefer zu gehen.
„Im Uchi-komi klappt es, im Randori nie.“
Prüfe: Bekommst du denselben Griff auch gegen Bewegung? Reagiert Uke, bevor du mit der Drehung beginnst? Kooperative Wiederholungen prüfen diese Entscheidungen nicht.
Probiere: Lass Uke in einer Bewegungsübung eine von zwei vereinbarten Reaktionen zeigen. Dreh nur bei der Reaktion ein, die du gerade erkennen lernst. Sich richtig für einen Neuaufbau zu entscheiden, ist ebenfalls sinnvolles Training.
„Mein Reversarm bleibt hängen.“
Prüfe: Griffhöhe, Handgelenkstellung und deinen Abstand in dem Moment, in dem du den Arm einpassen willst. Eine sichtbare Blockade sagt noch nicht, welcher dieser Punkte dafür verantwortlich ist.
Probiere: Bitte deinen Trainer, Griff und Eingang bei geringem Tempo gemeinsam anzupassen. Hör auf, wenn es schmerzt. Zwinge das Gelenk nicht und kopiere keinen anderen Griff aus einem Wettkampf-Zusammenschnitt, um Schmerzen zu umgehen.
„Uke weicht immer außen um mich herum aus.“
Prüfe: Entsteht die Lücke vor der Drehung, oder bewegt sich Uke erst herum, nachdem du eingedreht hast? Achte auf den Ärmel und die Füße beider Partner, nicht nur auf die Landung.
Probiere: Lass Uke diese Bewegung in einer reinen Eingangsübung langsam ausführen. Vergleiche ein früheres Eindrehen damit, zuerst den Winkel neu aufzubauen. Brich die Wiederholung ab, sobald du die Position verlierst; jage dem Abschluss nicht hinterher, indem du ein belastetes Knie verdrehst.
„Es funktioniert nur bei einem bestimmten Partner.“
Prüfe: Was ändert sich bei einem zweiten Partner: Größe, Kampfstellung, Griff, Widerstand oder die Art, wie er den Wurf annimmt? Ein kooperativer Partner liefert dir womöglich eine Bewegung, die du selbst noch nicht erzeugen kannst.
Probiere: Halte Aufgabe und Widerstand ähnlich und wechsle den Partner. Notiere, welche Ausgangsbedingung sich ändert. Das ist ein besserer Vergleich, als einen gescheiterten Versuch im Kampf mit einer gelungenen kooperativen Wiederholung gleichzusetzen.
07 / VORBEREITUNG & KOMBINATIONEN
Vorbereitung und Kombinationen: der Reaktion folgen
Eine Kombination braucht mehr als zwei Technikbezeichnungen, die gut zusammenpassen. Notiere den Ausgangsgriff, den ersten Angriff, Ukes tatsächliche Reaktion und die nächste Öffnung. Die folgenden Beispiele sind bedingte Übungsideen, die du mit deinem Trainer anpasst; sie sind weder garantierte Abläufe noch Beschreibungen jedes verlinkten Videos.
IN SEOI-NAGE HINEIN
Ko-uchi-gari → Seoi-nage
Beginne mit einem Ärmel-Revers-Griff, der beide Angriffe trägt. Ein Ko-uchi-gari-Versuch kann einen Schritt oder eine Ausgleichsbewegung auslösen, die Uke nach vorn bringt. Kommt der Oberkörper dabei in Reichweite, während du den Ärmel weiter hältst, übe das Eindrehen in Seoi-nage.
Erzwinge den zweiten Angriff nicht: Weicht Uke außer Reichweite zurück oder reißt der Griff, baue neu auf. Übe die Reaktion aus Schritt und Ausgleich zunächst kooperativ; später darf Uke auch anders reagieren, sodass du die Gelegenheit wirklich erkennen musst.
NACH ABGEWEHRTEM SEOI-NAGE
Seoi-nage → Ko-uchi-gari
Stemmt sich Uke gegen den Angriff nach vorn und sind deine Haltung und dein Griff noch brauchbar, kann ein Angriff nach hinten möglich werden. Komm wieder in eine handlungsfähige Position, Uke zugewandt, und such den Fuß, den du tatsächlich erreichst. Das ist eine andere Situation, als vornübergebeugt mit ungeschütztem Rücken dazustehen.
Erzwinge den zweiten Angriff nicht: Der Name „Ko-uchi-gari“ ist kein Grund, blind hinter ein Bein zu haken. Lass deinen Trainer die Rückkehr in die Position und die Fußstellung festlegen, bevor Widerstand dazukommt.
Zähle bei beiden Abläufen erkannte Gelegenheiten getrennt von vollendeten Würfen. Sonst kann ein kooperativer Partner eine Kombination zuverlässig wirken lassen, bevor du gelernt hast, wann du sie wählst. Halte die Reaktion zwischen den beiden Angriffen auf dem Waza-Map-Arbeitsblatt fest.
Die nächste Aktion aus dem wählen, was übrig bleibt
Prüfe nach dem ersten Angriff drei Dinge: Griff, Haltung und Distanz. Hast du alle drei, übe die vereinbarte Fortsetzung. Hast du den Griff noch, aber die Haltung verloren, stabilisiere dich, bevor du einen anderen Wurf wählst. Geht der Austausch zu Boden, wechsle zu einer Positionsaufgabe, statt die Kombination im Stand zu erzwingen. Der Neuaufbau gehört mit zum Entscheidungsbaum.
Nenne nicht jede Fortsetzung nach hinten Ko-uchi-gari. Eine Wickelbewegung, bei der du dich selbst mit fallen lässt, kann eine andere Technik sein, etwa Ko-uchi-makikomi, mit anderen Anforderungen an die Kontrolle. Bestimme die Aktion anhand der Übersicht der offiziellen Technikbezeichnungen und der Demonstration deines Trainers. Noch mehr benannte Verzweigungen bringen weniger als ein einziges Paar aus Vorwärts- und Rückwärtsangriff, das unter klar formulierten Bedingungen funktioniert.
Übungsform: Vereinbart zuerst die Reaktion, die Uke zeigt, und übt dann beide Aktionen ohne Tempo. Anschließend wählt Uke entweder diese Reaktion oder eine, die den zweiten Angriff verschließt. Tori muss entsprechend fortsetzen oder neu aufbauen. Freien Widerstand nehmt ihr erst dazu, wenn beide Partner die Abbruchbedingung verstanden haben.
08 / ABWEHR & KONTER
Abwehr und Konter: Was kann den Eingang stoppen?
Eine Abwehr verhindert den Wurf; ein Konter nutzt den Angriff, um selbst eine Wertungschance zu schaffen. Unterscheide beides, wenn du Aufnahmen auswertest. Dass Uke stehen bleibt, ist für sich genommen noch kein Beleg für einen bestimmten Konter.
Vor der Drehung: eine brauchbare Ausgangsposition verweigern
Uke kann Griff, Distanz oder Winkel verändern, bevor Tori einpasst. Als Tori erkennst du, welcher dieser Punkte zuerst verschwunden ist. Als Uke in einer Übung zeigst du ein einziges vereinbartes Abwehrverhalten, statt maximalen Griffwiderstand, plötzliche Richtungswechsel und Konter gleichzeitig zu kombinieren.
Während des Eingangs: die tragende Verbindung verhindern
Uke kann die Hüfte wegnehmen oder um die Drehung herumgehen und dabei im Gleichgewicht bleiben. Tori sollte bemerken, ob die Verbindung zum Oberkörper noch brauchbar ist. Liegt der Rücken frei und ist der Körper zusammengeklappt, kann noch mehr Drehung die Position verschlechtern. Übe die Rückkehr aus dieser Lage als eigene Aufgabe.
Nach einem gescheiterten Angriff: die Kontergefahr erkennen
Ein gescheiterter Drehangriff kann Uke die Kontrolle über den Austausch geben. Das Wettkampfbeispiel weiter unten zeigt einen berichteten Konter mit anschließendem Haltegriff nach einem Seoi-nage-Versuch. Sein Wert liegt in der Warnung vor Position und Kontinuität – es ist keine allgemeine Anweisung, jedes Mal denselben Konter anzusetzen, wenn jemand eindreht.
Konterstudie: Die Technikbibliothek der IJF ordnet Lipartelianis ausgewählte Aktion gegen Korrel aus dem Jahr 2021 als Yoko-guruma ein. Bestimme zuerst die Position vor dieser Aktion. Die Ausführung lernst du gesondert bei einem qualifizierten Trainer; improvisiere bei einer späten Abwehr keine seitliche Selbstfalltechnik und klemme nicht das belastete Bein eines Partners ein.
Wirst du bereits geworfen und kannst das Gleichgewicht nicht mehr sicher zurückgewinnen, nutze die Ukemi, die du gelernt hast. Sich mit gestrecktem Arm abzustützen oder eine ungeübte Drehung zu versuchen, ersetzt keine trainierte Abwehrreaktion.
09 / ÜBERGANG INS NE-WAZA
Übergänge ins Ne-waza (Bodenkampf): drei verschiedene Ausgänge
Der Angriff im Stand verrät dir nicht, welche Bodentechnik als Nächstes kommt. Geh von der tatsächlichen Landeposition aus, von den verbliebenen Griffen und davon, ob der Austausch noch läuft. Im Wettkampf folgst du den Anweisungen des Kampfrichters; im Training vereinbart ihr, ob die Wiederholung am Boden weitergeht.
Du wirfst und bleibst neben Uke
Behalte eine brauchbare Kontrolle über den Oberkörper und stabilisiere dabei dein eigenes Gleichgewicht. Liegt Uke auf Rücken oder Seite und passt die Position zu einem vertrauten Haltegriff, geh direkt in diesen Haltegriff über, statt dich aufzurichten und wegzugehen. Kesa-gatame oder Yoko-shiho-gatame bieten sich aus passenden Positionen zum Üben an, sind aber kein automatisches Ziel nach jedem Seoi-nage. Verhindern Ukes Beine oder seine Drehung den beabsichtigten Haltegriff, erkenne zuerst dieses Hindernis, bevor du die Technik wechselst.
Uke dreht sich in die Bauchlage oder auf die Knie
Ein geplanter Haltegriff ist dann möglicherweise nicht mehr verfügbar. Bleib in einer stabilen Position und suche eine Öffnung für eine Umdrehtechnik, die du bereits kennst. Ersetze eine fehlende Kontrolle über Arm und Rumpf nicht durch Ziehen am Kopf oder Druck auf den Hals. Übe das Umdrehen zuerst aus einer ruhigen Ausgangslage und verbinde es erst dann wieder mit einem kontrollierten Wurf, wenn beide Partner den Übergang sicher annehmen können.
Dein eigener Angriff endet auf deinen Knien
Jetzt löst du ein Abwehrproblem. Erkenne, welche Griffe Uke hat, und schütze Arme und Hals, während du eine stabile Basis behältst. Arbeite an der Befreiung oder Rückkehr, die dein Trainer für genau diese Position auswählt. Wer sich unter Druck immer wieder dreht, ohne zu wissen, wo Uke ist, kann sich noch weiter öffnen.
Notiere, ob du die Position erkannt und die Kontrolle behalten hast, nicht nur, ob der Haltegriff am Ende gelungen ist. Zum Aufbau solcher Übungen siehe die Anleitung zu Ne-waza-Übungen.
10 / ÜBUNGSAUFBAU
Vom Uchi-komi zur Entscheidung im Randori
Steigere jeweils nur eine Schwierigkeit: erst Bewegung, dann eine Reaktion, dann Freiheit. Das ist ein redaktioneller Übungsrahmen, kein fester Zeitplan. Bleib auf einer Stufe, bis dein Trainer und dein Partner mit der Kontrolle zufrieden sind.
Einen Eingang vereinbaren
Nutze einen vertrauten Griff und kooperatives Uchi-komi (Wurfeingänge ohne Wurf). Konzentriere dich auf einen Hinweis, zum Beispiel darauf, den Ärmel während der gesamten Drehung verbunden zu halten. Frag Uke, was sich zwischen den Wiederholungen verändert.
Bewegung und Abschluss hinzufügen
Arbeite mit einer vorhersehbaren Bewegungsrichtung. Nimm kontrolliertes Nage-komi (wiederholtes Werfen) dazu, wenn es passt. Prüfe, ob die Verbindung bis in den Wurf hinein bestehen bleibt, statt nur die Landung zu beurteilen.
Eine Entscheidung einbauen
Uke kommt entweder in die vereinbarte Gelegenheit hinein oder hält die Distanz. Tori entscheidet sich für einen Eingang oder einen Neuaufbau. Beginnt nur mit Eingängen; Würfe kommen dazu, wenn die Aufgabe kontrolliert bleibt.
Im eingeschränkten Randori testen
Vereinbart erlaubte Angriffe und das Maß an Widerstand. Suche dieselbe Gelegenheit gegen weniger vorhersehbare Bewegung. Notiere, was den Angriff verhindert hat – auch dann, wenn du den Griff gar nicht erst bekommen hast.
Greif die Idee danach im normalen Randori (freien Übungskampf) wieder auf. Eine gelungene Runde unter Einschränkungen beweist nicht, dass sich die Fähigkeit auf jeden Partner überträgt. Vergleiche Einheiten unter ähnlichen Bedingungen und notiere Wechsel bei Partner oder Widerstand. Ergänzende Hinweise findest du unter Uchi-komi-Training und Ziele im Randori.
Eine konkrete Aufgabe: eindrehen oder neu aufbauen
Mit dem vereinbarten Griff wählt Uke entweder einen kontrollierten Schritt nach vorn oder einen Schritt weg. Tori versucht zu erkennen, ob Distanz und Verbindung den vertrauten Eingang zulassen. Die erste Runde bleibt eine reine Eingangsrunde. Vergleicht nach einer kurzen Serie gemeinsam die Entscheidungen: Welche Eingänge passten zur Öffnung, welche waren erzwungen, und welche Gelegenheiten wurden übersehen? Den Abschluss nehmt ihr erst in einer späteren Serie dazu, wenn dein Trainer die Kontrolle freigibt. Uke stellt eine Lernaufgabe und versucht nicht, Tori mit einem ungeplanten Konter zu überraschen.
11 / WETTKAMPFBEISPIELE
Wettkampfbeispiele: eine Wertung und ein gescheiterter Angriff
Untersuche beide Ausgänge. Die folgenden Fakten stammen aus benannten IJF-Berichten; die Fragen zum Video sind unsere Beobachtungsaufgaben. Sie behaupten nicht, dass ein nicht sichtbarer Griff oder eine exakte Bewegung aus jedem Kamerawinkel überprüft wurde.
Beispiel 1 – Abe gegen García Torné, Finale in Baku 2026
In ihrem Bericht vom 5. Oktober 2026 über das WM-Finale der Männer bis −66 kg berichtet die IJF, dass Hifumi Abe David García Torné mit Seoi-nage per Ippon besiegte. Der Bericht stellt das entscheidende Finale Abes schwierigen vorherigen Kämpfen gegenüber. Er legt keinen allgemeingültigen Griff oder Eingang fest, den Leser kopieren sollten.
Frage zur Analyse: Was musste vor dem Abschluss hergestellt sein? Wenn du dir die Aufzeichnung des Wettkampfs ansiehst, beginne vor der Drehung und notiere die sichtbare Ärmel-Revers-Beziehung, die vorderen Füße und den Raum zwischen den Körpern. Vergleiche diese Bedingungen mit der Form im Stand aus diesem Artikel, bevor du einen Hinweis übernimmst. Das Ergebnis zeigt einen erfolgreichen Einsatz im Wettkampf – nicht die Erfolgsquote der Technik und nicht die Ursache dieses Erfolgs.
Beispiel 2 – Korrel gegen Liparteliani, Kampf um Bronze, Ungarn 2021
Der Bericht der IJF vom 11. Juni 2021 beschreibt Michael Korrels gescheiterten Seoi-nage-Versuch, nach dem Korrel auf den Knien landete, gefolgt von Varlam Lipartelianis Konter, der mit Waza-ari bewertet wurde, und einem Haltegriff, der den Kampf beendete. Die Technikbibliothek der IJF führt ihre Begegnung in Ungarn 2021 unter Lipartelianis Yoko-guruma.
Offizielle Aufzeichnung bei 4:14 auf YouTube öffnen. Diese Zeitmarke stammt aus der IJF-Bibliothek und ist nicht die Kampfzeit. Spule zurück, wenn du mehr von der Annäherung sehen willst.
Was der Bericht belegt: Aus einem gescheiterten Angriff wurde ein Konter und daraus ein Haltegriff. Was du im Video prüfen solltest: Wer kontrolliert nach dem Eingang den Oberkörper, wann wird der Konter möglich, und setzt sich die Kontrolle bis in den Haltegriff fort? Geh nicht davon aus, dass der Konter schon verfügbar war, bevor sich genau diese Position entwickelt hatte.
Eine Beobachtungsnotiz in drei Zeilen
- Vorher: Benenne die sichtbaren Griffe und die Bewegungsrichtung; markiere verdeckte Details als unbekannt.
- Währenddessen: Bestimme den ersten Punkt, an dem sich die Partner verbinden oder voneinander lösen.
- Danach: Notiere die Landung und wer die nächste Aktion kontrolliert.
Übertrage eine einzelne Bedingung in eine kontrollierte Übung, nicht einen kompletten Austausch auf Weltniveau. Historische Wettkampfaufnahmen spiegeln außerdem die Regeln wider, die bei der jeweiligen Veranstaltung galten; sie sagen nichts darüber aus, was heute in jeder Altersklasse erlaubt ist.
12 / VARIANTEN & VERWANDTE WÜRFE
Seoi-nage, Ippon-seoi-nage oder Seoi-otoshi?
Die Kodokan-Liste führt diese drei als eigenständige Techniken. Im Trainingsalltag werden Bezeichnungen oft weiter gefasst; vergleiche deshalb die Bewegung und nicht nur den Namen.
| Technik | Worauf du beim Vergleich achtest |
|---|---|
| Seoi-nage | Der gebeugte, aufladende Arm und die tragende Aktion über die Schulter. Die hier behandelte Form mit Ärmel-Revers-Griff wird häufig Morote-seoi-nage genannt. |
| Ippon-seoi-nage | Die einarmige Schulterwurf-Beziehung: Der Wurfarm kommt unter Ukes Achsel und kontrolliert den Bereich von Oberarm und Schulter. |
| Seoi-otoshi | Die fallende Aktion: Laut IJF geht Tori auf ein oder beide Knie und wirft Uke dabei über die Schulter. |
Und was ist mit „Drop-Seoi-nage“? Das ist eine gängige Bezeichnung aus Training und Suchanfragen, die allein aber nicht ausreicht, um eine vollständige Aktion einzuordnen. Bestimme einen Wurf nicht anhand eines einzigen Bildes, auf dem die Knie die Matte berühren. Der Übungsaufbau dieses Artikels für die Form im Stand vermittelt keinen Eingang mit Abknien.
Varianten: immer nur eine Variable ändern
Griffvarianten: Ärmel-Revers, gleichseitiges Revers und andere Griffe können den Weg des aufladenden Arms und die verfügbaren Kombinationen verändern. Notiere genau, welche Hand welchen Teil des Judogi hält. Eine Bezeichnung wie „Eri-seoi-nage“ allein beschreibt weder den vollständigen Griff noch die Richtung oder die Zulässigkeit im Wettkampf.
Eingangsvarianten: Vergleiche einen vertrauten Dreheingang mit einer Version, die aus der Bewegung heraus gelehrt wird. Die erste Frage lautet, welches Problem die Variante löst: einen blockierten Arm, eine veränderte Distanz oder eine andere Reaktion. Halte Griff und Partnerreaktion konstant, während du den neuen Eingang lernst, damit du die Wirkung erkennen kannst.
Formen im Stand und mit Abknien: Das Abknien verändert die Anforderungen an das Annehmen des Wurfs, an die Rückkehr und an die wahrscheinliche Bodenposition. Lerne diese Verzweigung als eigene Techniklektion. Nutze das Abknien nicht als automatische Reparatur für einen Eingang im Stand, der die Verbindung verloren hat.
Angriffe zur Gegenseite: Eine rechte Griffauslage beschreibt nicht jede mögliche Wurfrichtung. Ein Richtungswechsel verändert auch die Beziehung der Hände und den Eingang. Halte Auslage und Angriffsseite in deinen Notizen getrennt fest, statt die rechtsseitigen Anweisungen stillschweigend auf eine andere Aktion zu übertragen.
Eine Variante aus gutem Grund wählen
Nimm deine aktuelle Form als Vergleichspunkt. Frag dich, was sie immer wieder scheitern lässt, welche Variante genau dieses Problem angeht und welche neue Schwäche die Variante mit sich bringt. Teste sie in kooperativer Bewegung, bevor eine Entscheidung dazukommt. Dein Ziel ist eine verlässliche Antwort auf eine wiederkehrende Situation, nicht eine längere Liste von Schulterwurf-Namen.
13 / DEIN NÄCHSTES TRAINING
Ein Schwerpunkt für dein nächstes Training
Wähle den ersten Punkt, an dem dein Wurf zusammenbricht. Wenn du während der Drehung die Verbindung verlierst, nutze diese kurze Notiz:
- Situation
- Rechtsseitiger Eingang mit Ärmel-Revers-Griff gegen einen kooperativen Partner in Bewegung.
- Mein Schwerpunkt
- Ukes rechten Ärmel verbunden halten, während ich eindrehe.
- Was mir aufgefallen ist
- Ist Uke mit mir mitgekommen? Wann ist die Lücke entstanden? Was konnte die Kamera nicht zeigen?
- Frage an den Trainer
- „Beginnt die Trennung bei meinem Griff, bei meiner Distanz oder bei meinem Timing?“
- Nächste Entscheidung
- Je nach Rückmeldung die Aufgabe beibehalten, vereinfachen oder einen Hinweis ändern.
Schreib das Ergebnis in deinen eigenen Worten auf, wo es passt auch „unklar“. Nutze die kostenlose Vorlage für das Trainingstagebuch, ein Notizbuch oder deine gewohnte App. Wenn du Judo AI verwendest, sieh dir die Funktionen zur Trainingsplanung und -dokumentation an, um die Beobachtung mit deinem nächsten Trainingsschwerpunkt zu verknüpfen.
Ein ausgefülltes Beispiel
Anschauungsbeispiel, keine gemessenen Trainingsdaten: „In einer kurzen Serie mit Eingängen aus der Bewegung habe ich den Ärmel gehalten, wenn Uke nach vorn kam, aber zwei Eingänge erzwungen, als Uke zurückging. Die Seitenansicht zeigte eine Lücke vor meiner Drehung. Nächstes Mal behalte ich denselben Griff und übe, das Zurückweichen zu erkennen, bevor ich einen Wurf dazunehme.“
Diese Notiz trennt Beobachtung, eine zu prüfende Deutung und die nächste Aufgabe. Frag dich nach der nächsten vergleichbaren Serie, ob du mehr geschlossene Gelegenheiten erkannt und bei den offenen die Verbindung gehalten hast. Bleibt das Problem bestehen, kehre zum frühesten Bruch zurück, statt mehrere neue Hinweise auf einmal hinzuzufügen.
Was du zu deinem Trainer mitbringst
- Einen gelungenen und einen steckengebliebenen Versuch, bei denen die Annäherung zu sehen ist.
- Griff, Auslagenverhältnis und Partnerreaktion in beiden Versuchen.
- Deine eine Frage und die Veränderung, die du bereits ausprobiert hast.
Führe kooperative Eingänge, kontrollierte Würfe und Randori-Versuche in getrennten Notizen. Sie prüfen unterschiedliche Aufgaben. Ein sinnvoller nächster Schritt kann eine einfachere Übung sein, eine Griffänderung, ein anderer Kamerawinkel oder derselbe Hinweis über einen längeren Zeitraum – es muss keine neue Technik sein.
14 / QUELLEN & PRÜFUNG
Quellen und redaktionelle Prüfung
Namen und grundlegende Unterscheidungen wurden mit der Kodokan-Liste und den drei verlinkten IJF-Technikbeschreibungen abgeglichen. Die Videos gehören ihren jeweiligen Herausgebern. Die Fragen zur Fehleranalyse und die Übungsaufgaben sind redaktionelle Vorschläge von Judo AI; sie wurden weder als Trainingsprogramm validiert noch von einem namentlich genannten Judotrainer geprüft.
- Kodokan: Names of Judo Techniques (offizielle Technikbezeichnungen, englisch)
- IJF: Seoi-nage – Definition und Videobibliothek der Techniken
- IJF: Ippon-seoi-nage · IJF: Seoi-otoshi
Quellenprüfung der englischen Fassung: 9. Oktober 2026 · Deutsche Fassung: 13. Oktober 2026. Deutsche redaktionelle Vorschau; die praktische Prüfung durch einen Trainer steht noch aus.
Belege und Geltungsbereich der Regeln
Offizielle Referenzen: Die Kodokan-Bezeichnungen und die IJF-Definitionen stützen die Einordnung und die grundlegenden Unterscheidungen. Trainerreferenzen: Die verlinkten Vortragenden erklären ihre eigenen Demonstrationen; dieser Artikel beansprucht keine Billigung durch sie. Redaktionelle Vorschläge: Übungen, Verzweigungen der Fehleranalyse und Reflexionsfragen sind Anregungen für angeleitetes Training – keine validierte Intervention und keine Diagnose deiner Bewegung.
Wettkampfquellen: IJF, Bericht zum Finale in Baku, 5. Oktober 2026; IJF, Bericht zum Kampf um Bronze in Ungarn, 11. Juni 2021; sowie die Videoauswahl der IJF. Die Kampfbeschreibungen werden diesen Berichten zugeschrieben; die Beobachtungsfragen sind davon getrennt.
Regelstand: Für diese Seite ist keine Prüfung der aktuellen Wettkampfregeln abgeschlossen, und sie gibt keine pauschale Bewertung der Zulässigkeit ab. Bevor du einen Griff, ein Abknien, eine umgekehrte Variante, einen Konter oder eine Würge- oder Hebeltechnik im Wettkampf einsetzt, kläre die geltenden Regeln deiner Veranstaltung und deiner Altersklasse mit deinem Trainer oder einem Kampfrichter. Ein offizieller Technikname bedeutet nicht, dass jede Anwendung erlaubt ist.
Prüfstatus: Inhaltliche Abdeckung, Quellenangaben und responsives Layout wurden redaktionell geprüft. Eine technische Prüfung durch einen namentlich genannten Trainer steht weiterhin aus. Für die redaktionelle Autorschaft werden weder eine Graduierung noch eine Trainerqualifikation noch eine praktische Erprobung beansprucht.